Villa Verdi – Eine Villa mit Geschichte
»Tradition pflegen heißt nicht, Asche aufbewahren, sondern Glut am Glühen halten.«
JEAN JAURÈSL

Die heutige »Villa Verdi« hat über Jahrzehnte an zu erzählender Geschichte dazu gewonnen, ohne Narben davongetragen oder an Imposanz verloren zu haben – ihr Zauber glüht auch nach über 100 Jahren unübersehbarer für ihre Gäste.
Das Seebad Kühlungsborn ist seit jeher eines der bestbesuchten Ostseebäder, dazu eines mit langjähriger Tradition. In einem der Gründungsorte Kühlungsborns, dem Ostseebad Brunshaupten, betrieb die Familie Bode die Pension »Strandkasino«, die heutige »Villa Verdi«. Im Wohnungsnachweis von 1938 musste für ein Zimmer zwischen 2,50 und 3,00 Reichsmark bezahlt werden, Frühstück konnte man für 1,50 Reichsmark extra bekommen. Als erstes Haus am Platz überzeugte es seine Gäste mit guter Verpflegung und modernster Ausstattung wie fließendem Wasser, Zentralheizung und Auto-Garage – damals ausgesprochener Luxus.
Schon zu dieser Zeit galt das Haus als ausschließliche Adresse für bessere Familien – ein Prädikat, das für die Exquisité und Erstklassigkeit der Immobilie spricht, eine Erstklassigkeit, die sich das Haus bis in die heutige Zeit bewahrt hat. Auch über die folgenden schwierigen Zeiten des Krieges. Nach dem Krieg fiel das »Strandkasino« 1953 der Verstaatlichung im Rahmen der »Aktion Rose« zum Opfer. Bis zur Wende wird die Villa als FDGB-Ferienheim genutzt, erstklassig bleibt zunächst nur die Lage in der ersten Reihe. Im Zuge der Wiedervereinigung konnten die Eigentumsverhältnisse geklärt werden und das Haus kam wieder in liebevolle Hände, die nicht die Asche austraten, sondern die Glut wieder zum Glühen bringen wollten. Umfassend saniert, mit seinem neuen Namen »Villa Verdi« und neuem Flair ausgestattet, wird die Immobilie seit 1996 erfolgreich als Hotel Garni betrieben.
Das Objekt hat bewiesen: Sein Feuer brennt über Jahrzehnte hinweg schon allein durch Lage und Außergewöhnlichkeit der Architektur – und mit neuem Konzept hört die Tradition auch in Zukunft nicht auf zu glühen.


